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CORONA UND DIE KRITIS!

Helmut Bramann ist Hauptgeschäftsführer des ZVSHK

Das Virus und seine dramatischen Folgen stellen alles in den Schatten, was diese Republik und ihre Gesellschaft in den vergangenen 75 Jahren erlebt hat. Unser soziales Leben steht still. Unserer Wirtschaft droht bald der völlige Stillstand, wenn sich an der aktuellen Situation in den nächsten Wochen nichts zum Positiven verändert.

Corona, Corona, Corona – und sonst nichts! Das Virus hat alle anderen Themen, die noch vor geraumer Zeit die politischen und gesellschaftlichen Diskussionen in unserem Land bestimmt haben, pulverisiert! Wie kann es auch anders sein. Es geht sprichwörtlich um Leben und Tod.

Die strengen Regulierungen, Verordnungen und Maßnahmen zur Virusbekämpfung sind gerechtfertigt! Auch wenn sie unsere Freiheitsrechte massiv beschneiden. Hier unterstütze ich ausdrücklich das entschlossene Agieren von Bund und Ländern. Aber wie lange werden wir das durchhalten? Einen Monat, zwei Monate, ein Vierteljahr? Ein Shutdown unserer Wirtschaft über einen längeren Zeitraum ist nicht durchzuhalten. Wir alle brauchen schnellstmöglich eine Perspektive, einen verlässlichen Ausblick, wann es wie weiter gehen kann. Wann wir langsam damit beginnen können, uns wieder auf „normale“ Zeiten einzustellen. Dieser Zeitpunkt wird umso früher kommen, desto überzeugter wir jetzt die Virusausbreitung verhindern.

Unser Handwerk stellt dies vor eine riesengroße Herausforderung – größer noch als die der auf lange Sicht drohenden wirtschaftlichen Folgeschäden des Virus. Denn unser Handwerk ist de facto Teil der sogenannten kritischen Infrastruktur (KRITIS), ohne indes bisher von der Politik offiziell dazu bestimmt worden zu sein. Gesundheit, Trinkwasser, Hygiene, Wärme, Energie – lebenswichtige Faktoren, die die kritische Infrastruktur definieren, sind Arbeitsfelder unserer Betriebe.

Krankenhäuser, Pflegeheime, Lebensmittelbetriebe, öffentliche Verwaltung – diese ganzen Einrichtungen der kritischen Infrastruktur benötigen zur Aufrechterhaltung ihrer Arbeitsfähigkeit die Unterstützung unserer Handwerksbetriebe. Es ist deshalb dringend erforderlich, dass wir gerade für Notdiensteinsätze zur Gefahrenabwehr behördliche Vorgaben für unsere Arbeit erhalten. Eine offizielle Zuordnung des SHK-Handwerks und seiner Lieferkette zur KRITIS ist aus unserer Sicht zwingend. Wie sollen zum Beispiel notwendige Reparaturmaßnahmen in Altenheimen oder Quarantänebereichen überhaupt noch durchgeführt werden, wenn diese abgeschottet sind? Das Corona Virus zeigt uns gegenwärtig allen, wie anfällig unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und unser Sozialwesen bei einer solchen umfassenden Bedrohungssituation sind. Wir sollten daher alle Kräfte bündeln, um die Eindämmung der Corona Pandemie so schnell wie möglich zu erreichen.

In den Institutionen der KRITIS arbeiten Millionen von Beschäftigten, um unsere Gemeinwesen stabil und sicher zu halten. Die Frauen und Männer unseres Handwerks unterstützen diese im eigenen selbstlosen Einsatz. Die Politik bleibt aufgefordert, ihnen diese Arbeit mit schnell zu erlassenden behördlichen Regelungen zu vereinfachen.

Kommentar von ZVSHK Hauptgeschäftsführer Helmut Bramann

 




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